07.02.2020rss_feed

Die GFS setzt sich dafür ein, züchterisch das Tierwohl zu steigern

In der Ausgabe der DLG-Mitteilungen von Februar 2020 schreibt Christin Benecke einen Artikel auf Grundlage des Vortrages von Dr. Meike Friedrichs auf dem Hessischen Schweinetag in Alsfeld 2019. Darin erläutert Meike Friedrichs den Zusammenhang und den Einfluss von Zucht und Genetik auf Ebergeruch und den Verzicht auf die Kastration, Ferkelverluste und Schwanzbeißen.

Im Folgenden wichtige Auszüge aus dem Artikel: "Züchterisch das Tierwohl steigern" von Christin Benecke:



GFS Ferkel

Egal, ob man als Schweinehalter bereits an (bezahlten) Tierwohlprogrammen wie der ITW oder anderen teilnimmt, künftig wird jeder Betriebsleiter mehr Tierwohl umsetzen müssen. Ansatzpunkt ist nicht allein der Stallbau oder das Management. Auch mithilfe der Zucht lässt sich das Tierwohl steigern. Denn von vielen relevanten Merkmalen ist bekannt, dass sie auch genetisch bedingt sind.


Wo kann ein Landwirt bereits heute gezielt Einfluss nehmen?

An allererster Stelle steht für Ferkelerzeuger sicher die Auswahl der Sauengenetik. Neben großen und gleichmäßigen Würfen rücken Mütterlichkeit und Langlebigkeit immer mehr in den Fokus. Zugegebenermaßen wechselt ein Landwirt seine Sauengenetik nicht mal eben so, weil er hofft, dadurch das eine oder andere Tierwohlkriterium zu beeinflussen. Die ökonomische Bedeutung dieser Wahl, der Gesundheitsstatus des Vermehrungsbetriebes und der lange Zeithorizont, bis sich Effekte beobachten lassen, sind dafür zu groß. Eine kurzfristigere Einflussmöglichkeit besteht aber bei der Wahl der KB-Eber. »Hier kann der Landwirt züchterisch etwas gestalten und auch mal ausprobieren«, so Dr. Meike Friedrichs von der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS). Die von der GFS betriebenen Besamungsstationen registrieren zunehmend, dass Sauenhalter den Einfluss des Besamungsebers auf tierwohlrelevante Eigenschaften hinterfragen.

 

Ebergeruch: Neben Daten aus der Nachkommenprüfung nimmt die GFS auch Eigenleistungsdaten in Form von Speckprobenanalysen der KB-Eber in die Zuchtwertberechnung zum Ebergeruch auf. Das führt zu Zuchtwertsicherheiten von etwa 70 %, die sicherstellen, dass am Ende tatsächlich weniger geruchsauffällige Tiere am Haken hängen.

Ferkelverluste: Bei allen Zuchtunternehmen sind die Ferkelverluste ein großes Thema und fließen dementsprechend als Selektionskriterium ein. Einen konkreten Zuchtwert für Endprodukteber stellen sie aber nicht zur Verfügung. »Unser Ziel ist es, für die KB-Eber einen sicheren Zuchtwert für Ferkelverluste ausweisen zu können«, so Friedrichs.

Schwanzbeißen: Gemeinsam mit der Uni Gießen hat die GFS 12er Gruppen von Nachkommen immer eines Ebers untersucht und regelmäßig Schwänze und Ohren bonitiert. Erste Ergebnisse weisen einen genetischen Einfluss und damit eine Erblichkeit von etwa 20 % aus. Jedoch sind noch weitere Wiederholungen notwendig, um zuverlässigere Aussagen treffen zu können.


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