EIKO

EIKO – EberIndividuelle EjakulatKOntrolle

Einen wichtigen Baustein in dem GFS-Qualitätsmanagement stellen die Nachuntersuchungen der Spermatuben dar.

Unterschieden wird in Halteproben, morphologische Untersuchungen, Hygieneproben und Konzentrationsmessungen.

Im folgenden Beitrag stellen wir Ihnen „EIKO - die Eberindividuelle Ejakulatkontrolle“ als neue Form der Halteprobenkontrolle vor. Dieses neue System wurde von der GFS selbst entwickelt.


Bisheriges Kontrollsystem

Bislang wird bei der GFS die Beweglichkeit der Samenzellen (Motilität) aller abgefüllten Ejakulate mit den sogenannten Halteproben nach 24 Stunden kontrolliert. Der Anteil an beweglichen Spermien muss bei mind. 70% liegen. Bei ca. 15% der Tagesproduktion wird die Motilität der Samenzellen zusätzlich nach 72 Stunden untersucht und muss hier bei mind. 65% liegen (ZDS-Standard Spermaqualität).

Retrospektiv ausgewertet zeigen diese Untersuchungen, dass 99,98% der Ejakulate (n=226.239) nach 24 Std. eine Motilität von über 80% aufweisen. Nach 72 Std. lag die Beweglichkeit noch bei mehr als 75%. Lediglich 37 Sprünge wiesen keine ausreichende Motilität auf (0,02%) (Übersicht 1 und 2).

Dies zeigt ein hohes Maß an Professionalität und Qualität bei der Spermaverarbeitung.


Entwicklung der Motilitaet verkaufsfaehiger Ejakulate

Übersicht 1


Übersicht 2

Motilitaet der Spermien

Neu: EIKO – Eber-Individuelle Kontrolle der Ejakulate

Um noch einen Schritt weiterzugehen, etabliert die GFS z.Z. ein neues System der Halteprobenkontrolle.

Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Eberindividuelle Ejakulatkontrolle – kurz EIKO genannt.

Neu bei EIKO ist die regelmäßige morphologische Untersuchung aller abgesamten Eber im Abstand von 4 Wochen. Dieses neue System hat drei Säulen:

1.         Morphologische Untersuchung

2.         Kontrolle der Motilität nach 24 und 72 Stunden

3.         Intensive Spermakontrolle der Jungeber


Morphologische Untersuchung       

Anhand der morphologischen Untersuchung der Spermien wird eine Prognose über die Befruchtungsfähigkeit des Ejakulates getroffen. Überschreitet der Anteil der Spermien mit Fehlformen (FE) bzw. Plasmatropfen (PL) einen Grenzwert, wird der Eber für die Produktion gesperrt, bis bei Kontrolluntersuchungen die Zielvorgaben wieder erreicht werden.


Kontrolle der Motilität

Die Motilität in den Proben wird bei jedem Eber alle 2 Wochen jeweils nach 24 und 72 Stunden Lagerung kontrolliert. Hierdurch wird bei jedem Eber die wichtige Aussage getroffen, dass in den Tuben auch nach 72 Stunden die Motilität auf hohem Niveau bleibt. Andernfalls wird der Eber für die Produktion gesperrt.


Intensive Kontrolle der Jungeber

Weiterhin wird jeder Jungeber, der nach Ablauf der Quarantäneperiode in den Produktionsstall eingestallt wird, intensiv untersucht. Sobald feststeht, dass der Jungeber die ZDS-Gewährschaftsbedingungen für Eber erreicht, wird ein Produktionsstart vergeben. Dies bedeutet, dass das Sperma ab diesem Zeitpunkt verkauft werden kann. Von diesen Jungebern werden im Rahmen von EIKO nun die nächsten sieben Sprünge intensiv untersucht. Alle 14 Tage wird eine morphologische Untersuchung durchgeführt (1. , 3., 5. und 7. Sprung) und von jedem Sprung die Haltbarkeit nach 24 und 72 Stunden kontrolliert. Mit diesem neuen System testet die GFS bei den Jungebern intensiv, ob die Spermaqualität auf konstant gutem Niveau bleibt.


Fazit

Bei EIKO (Eberindividuelle Ejakulatkontrolle) wird der Schwerpunkt der Untersuchung der Halteproben auf die individuellen Eber verlegt. Monatlich wird die Halteprobe von jedem Eber morphologisch auf Anteile an Fehlformen und Plasmatropfen untersucht. Alle 2 Wochen wird die Halteprobe nach 24 und 72 Stunden hinsichtlich Motilität überprüft. Bei Jungebern werden die ersten Sprünge intensiv kontrolliert. Werden bei den Untersuchungen die Grenzwerte nicht erreicht, wird der Eber für die Produktion gesperrt, bis sich ein ausreichendes Qualitätsniveau wieder eingestellt hat.